Kunststoffverpackungen in der EU haben zwischen 2011 und 2025 weiter zugenommen. Das zeigt ein aktualisiertes Modell des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Während das gesamte erfasste Verpackungsaufkommen weitgehend stabil blieb, stieg die Kunststoffmenge in den untersuchten Ländern um rund 11 Prozent.
Die Untersuchung erfasst 19 EU-Staaten und damit mehr als 97 Prozent der EU-Bevölkerung. Analysiert wurden 73 Produkte und 37 Verpackungstypen. Dazu zählen Verpackungen für Lebensmittel, Getränke, Haushaltsreinigung, Körperpflege, Kosmetik und Tiernahrung.
Die Kunststoffmenge stieg von rund 5,4 Millionen Tonnen im Jahr 2011 auf 5,9 Millionen Tonnen im Jahr 2025. Pro Kopf erhöhte sie sich im selben Zeitraum von durchschnittlich 12,6 auf 13,7 Kilogramm. Als wesentlicher Treiber gilt PET. Vor allem Verpackungen für abgefülltes Wasser tragen zu dieser Entwicklung bei.
Für 2024 weist das Modell deutliche Unterschiede zwischen den Ländern aus. Schweden kommt auf etwa acht Kilogramm Kunststoffverpackungen pro Person. Deutschland erreicht mit 15,6 Kilogramm den höchsten Wert der untersuchten Staaten.
Die Ergebnisse müssen jedoch eingeordnet werden. Das Modell deckt nach Angaben der Autoren rund drei Viertel des Marktes für Konsumgüterverpackungen ab. Transport- und Industrieverpackungen sowie mehrere Produktgruppen bleiben unberücksichtigt. Dazu gehören beispielsweise zahlreiche Frischwaren.
Zudem erfasst die Studie ausschließlich die Masse der in Verkehr gebrachten Verpackungen. Sie vergleicht weder Treibhausgasemissionen noch Energieverbrauch, Recyclingverluste oder Mehrweg-Umläufe. Deshalb erlaubt sie keine allgemeine Aussage darüber, welches Verpackungsmaterial ökologisch besser abschneidet.
Das Modell soll künftig eine genauere Erfassung von Verpackungsmengen unterstützen. Darüber hinaus kann es Eurostat und den Mitgliedstaaten bei der Überprüfung von Recyclingquoten und der Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung PPWR helfen.