Während Bands ganze Stadien füllen und Festivals in vollem Gange sind, werfen wir einen Blick auf den neuen Trend zu nachhaltigen Tourneen und Veranstaltungen, die ihre Auswirkungen auf die Umwelt verringern.
Der Sommer ist für Musikfans eine fantastische Zeit. Nicht nur gehen einige der besten Bands der Welt auf ausgedehnte Touren, auch Festivals wie das Parookaville, Hurricane und Southside ziehen Hunderttausende Menschen an, die gemeinsam im Freien die neuesten Klänge genießen.
Doch so einfach und uralt das Vergnügen des Musikhörens auch ist – große Tourneen, Festivals und die gesamte Produktion können erhebliche Umweltbelastungen mit sich bringen. Vom Transport über den Energieverbrauch, Merchandising, Vinyl-Schallplatten bis hin zu Plastikbechern – Musik kann einen hohen ökologischen Preis haben. Zum Glück sind sich viele Künstler dessen bewusst und unternehmen aktiv etwas dagegen.
Weniger Emissionen durch Reisen
Für die größten Bands der Welt bedeutet eine Tour meist ein ganzes Jahr voller Reisen – nicht nur für die Musiker selbst, sondern auch für das gesamte Team, das Technik, Licht, Ton und Organisation übernimmt. Reisen sind oft die größte Quelle von CO₂-Emissionen, daher setzen Künstler wie Coldplay und Billie Eilish auf klimafreundlichere Lösungen: Fahrzeuge mit Elektro- oder Biodieselantrieb und effizientere Tourpläne, die unnötige Wege vermeiden.
Umweltfreundliche Veranstaltungsorte
Als eines der größten und bekanntesten Festivals der Welt hat das Glastonbury in Großbritannien zum Beispiel eine lange Tradition in Sachen Nachhaltigkeit. Komposttoiletten, ein Verbot von Einwegplastik, ausschließlich erneuerbare Energien und großzügige Spenden an Umweltorganisationen gehören hier längst zum Standard. Viele andere Festivals und Veranstaltungsorte folgen diesem Vorbild – mit Mehrwegbechern, CO₂-Kompensation und Umweltbildung für Besucher.
Nachhaltiges Merchandise
Merchandise ist für viele Bands eine wichtige Einnahmequelle, doch die Herstellung kann durch Materialwahl, Verpackung und Produktion umweltschädlich sein. Immer mehr Künstler setzen daher auf Bio-Baumwolle, recycelte Materialien und biologisch abbaubare Verpackungen. Viele produzieren nur noch in kleinen Auflagen, um Überproduktion zu vermeiden – manche bieten sogar nur noch On-Demand-Artikel oder digitale Produkte an. Die Band The 1975 geht noch einen Schritt weiter und ermutigt Fans, altes Merchandise wiederzuverwenden, statt neue Kleidung zu kaufen.
Grünes Vinyl
Vinyl feiert seit einigen Jahren ein großes Comeback – doch was viele nicht wissen: Die Herstellung ist ökologisch problematisch, denn Schallplatten bestehen meist aus Polyvinylchlorid (PVC), einem schwer recycelbaren Kunststoff. Doch auch hier tut sich etwas: Künstler setzen zunehmend auf recycelte Materialien und Biokunststoffe. Ein Beispiel ist Camila Cabellos Single „I LUV IT“ von 2024, die auf Vinyl aus Zuckerrohr gepresst wurde.
Mehr Bewusstsein und Aktivismus
Musiker engagieren sich seit jeher für politische, kulturelle und gesellschaftliche Themen – auch für den Umweltschutz. Viele spenden an entsprechende Organisationen oder setzen ihre Reichweite ein, um das Bewusstsein zu schärfen. Billie Eilish etwa richtet bei ihren Konzerten spezielle Bereiche ein, in denen Fans mit lokalen Umweltinitiativen in Kontakt kommen können, um mehr über deren Arbeit zu erfahren und sich selbst zu engagieren.