Die Papierherstellung ist wasserabhängig, der Verbrauch ist jedoch relativ gering
Die Zellstoff- und Papierindustrie ist in drei entscheidenden Bereichen auf Wasser angewiesen. Zum einen ist es das Regenwasser, das für das Wachstum der Bäume unerlässlich ist, die durch Photosynthese Kohlendioxid in Sauerstoff und Zellulose umwandeln, die den Hauptrohstoff der Industrie, die Holzfaser, liefert. Dann gibt es das Wasser, das tatsächlich zur Herstellung von Zellstoff und Papier verwendet wird und schließlich das entsprechend wiederaufbereitete Abwasser.
Da Wasser eine entscheidende Ressource für die Industrie ist, befinden sich die meisten Zellstoff- und Papierfabriken in der Nähe von entsprechenden Reservoiren. In Europa nutzen die meisten Fabriken Oberflächenwasser, z. B. Flüsse und Seen (87 % der Wasserentnahme), während ein Teil aus eigenen Grundwasservorräten (12 %) und der Rest aus der öffentlichen Wasserversorgung (1 %) stammt. Seit den 1990er Jahren ist der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Tonne Papier um 42 % gesunken.[9]
Es ist auch wichtig zu wissen, dass Wasseraufnahme nicht gleich Wasserverbrauch ist, da der größte Teil des Wassers wieder in die Umwelt zurückgeführt wird. In 2021 wurden rund 90 % des in der europäischen Papierindustrie verbrauchten Wassers wird in guter Qualität zurückgeführt (nachdem es innerhalb der Produktionsstätte wiederverwendet und entsprechend aufbereitet wurde), während der Rest entweder verdampft, im Produkt verbleibt oder in festen Abfällen gebunden wird.[9]
Das Wasser wird in den Zellstoff- und Papierfabriken mehrmals aufbereitet, bevor es in die Umwelt zurückgeführt wird. Vorher muss es behandelt werden, da es Nährstoffe und organische Stoffe enthält. Dabei kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, wie Filtration, Sedimentation, Flotation und biologische Behandlung.
Verbesserungen bei den Techniken der Papierherstellung und der Wasseraufbereitung haben die Sauberkeit des Abwassers, das die Fabrik verlässt, erheblich verbessert.
Seit 1991 konnten die AOX-Werte (ein Maß für die Toxizität von Chlorverbindungen) um 95 % und der CSB-Wert (chemischer Sauerstoffbedarf – die Menge an Sauerstoff, die bei der Zersetzung organischer Stoffe verbraucht wird) um 79 % gesenkt werden.[9]
Regenwasser ist für das Wachstum von Wäldern und Baumplantagen unerlässlich. Die Wassersicherheit hängt von den Wäldern selbst ab. Wälder tragen dazu bei, den Wasserkreislauf zu regulieren, die Wasserversorgung zu sichern und die Wasserqualität zu erhalten. Bewaldete Wassereinzugsgebiete liefern etwa 75 % des zugänglichen Süßwassers und versorgen
85 % größten Städte der Welt mit Wasser.FAO, A guide to forest-water management, 2021
Quellen