Wenn man durch den Supermarkt schlendert könnte man meinen, dass die meisten Produkte eine recycelbare Verpackung haben. Glas, Metall, Kunststoffe, Papier – das alles kann doch bestimmt in den Recyclingkreislauf des Haushalts aufgenommen werden. Oder? Eine Untersuchung der Verbrauchergruppe Which? hat allerdings ergeben, dass genau dies nicht der Fall ist.
Nur ca. ein Drittel (34 Prozent) der meistverkauften Markenlebensmittel in Großbritannien haben Verpackungen, die vollständig recycelbar sind. Dabei hat nur eine von vier eine dafür relevante Kennzeichnung: Das bedeutet, dass die Verbraucher keine Informationen erhalten, ob die Verpackung recycelt werden kann oder nicht? Which? analysierte 89 beliebte Markenprodukte in 10 verschiedenen Lebensmittelkategorien, darunter beispielsweise Schokolade, Chips, Saft, Käse oder Joghurt. Jeder Bestandteil der Verpackungen wurde zerlegt, gewogen und am Ende bewertet, wie recycelbar er ist. Es stellte sich heraus, dass die Recyclingfähigkeit der einzelnen Produkte sehr unterschiedlich ist. Die Verpackungen von Chips, Schokolade und Käse weisen dabei in der Regel die schlechteste Recyclingfähigkeit auf. Auf lediglich 10% der Schokoriegel war eine entsprechende Kennzeichnung zu finden.
“Um die Abfallmengen auf den Deponien zu reduzieren, muss die Regierung die Kennzeichnung verpflichtend einführen. Die Verbraucher sollen genau wissen, wie die Verpackung der Produkte entsorgt werden muss“, so Natalie Hitchins, Which?-Leiterin der Abteilung Home Products and Services. Doch nicht nur die Recyclingfähigkeit an sich ist ein Problem. Auch das Material, aus dem die Produkte hergestellt sind, spielt eine entscheidende Rolle. Beispielsweise werden Joghurtbecher oftmals aus Polystyrol hergestellt – dieses Material lässt sich deutlich schlechter recyceln als beispielsweise Polypropylen und Polyethylenterephthalat (Deckel). Simon Ellin, CEO der Recycling Association, ist der Meinung, dass die Herstellung von Polystyrol-Produkten undbedingt überdacht werden muss.
Es gibt noch viel zu tun
Der Which?-Bericht zeigt, dass es trotz der vielen Markenkampagnen, Markteinführungen und Ankündigungen rund um das Thema Nachhaltigkeit noch ein weiter Weg vor den Unternehmen liegt. Im Jahr 2018 wurde bereits ein ähnlicher Bericht veröffentlicht, durch den man herausfand, dass bis zu 29 Prozent der Lebensmittelverpackungen von Supermarkt-Eigenmarken nicht wiederverwertbar sind. Es hat in diesem Zeitraum also keinen großen Fortschritt gegeben.
„Den Verbrauchern ist es wichtig, dass Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit ernst nehmen und Verpackungsmaterialien bevorzugen, die leicht zu recyceln sind.“, so Hitchins weiter. „Die Hersteller müssen also ihre Verwendung von recycelbaren und recycelten Materialien maximieren und sicherstellen, dass die Produkte auch korrekt gekennzeichnet sind.“
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