Weltweit suchen immer mehr Unternehmen nach nachhaltigeren Lösungen für ihre Produktverpackungen, um den Einsatz von Einwegkunststoffen zu reduzieren. Oftmals sind papierbasierte Verpackungen die Lösung und sind nicht nur praktisch, sondern auch funktionell – ein Überblick.
Ein Prosit auf Papier
Nach Carlings “Green Fibre Bottle”, der weltweit ersten Bierflaschen aus Papier, haben einige weitere Spirituosenhersteller mit dem Austausch von Glas, Kunststoff und Metall gegen Holzfasern und Zellstoffe experimentiert. Die Whisky-Marke Johnnie Walker möchte Anfang des nächsten Jahres Papierflaschen auf den Markt bringen, Absolut testet derzeit einige tausend Papierflaschen in Großbritannien und Schweden. Diese sind zwar nicht völlig frei von Kunststoff, da sie eine notwendige Barrierebeschichtung enthalten, allerdings wird diese aus recycelten Materialien hergestellt.
Auch Deodorant-Verpackungen ziehen mit
Aufgrund ihres hohen Kunststoffanteils und des Materialmixes sind Deodorant-Verpackungen schwierig zu recyceln. Einige Unternehmen setzen aber auch in dieser Branche immer mehr auf Papierprodukte. Eines der größten Unternehmen, Proctor & Gamble Beauty, hat eine Vorreiterrolle übernommen und für zwei seiner Deodorantmarken ausschließlich kunststofffreie Verpackungen verwendet. „Wenn nur 10% der derzeitigen Deodorant-Verpackungen auf wiederverwertbares oder recyceltes Papier umgestellt werden würden, könnten dadurch jährlich bis zu 750 Tonnen Kunststoffabfall vermieden werden”, sagt Anitra Marsh, stellvertretende Direktorin für globale Nachhaltigkeit und Markenkommunikation bei P&G Beauty.
In der Kosmetikindustrie werden jedes Jahr mehr als 120 Milliarden Verpackungseinheiten produziert. Die Nachhaltigkeitsvorteile von Papierverpackungen werden von den Unternehmen mehr und mehr erkannt, so auch von dem französischen Kosmetikgiganten L’Oreal. Dieser möchte seinen Kunststoffverbrauch dauerhaft reduzieren. Aber auch andere Unternehmen, wie Innisfree oder Kiehls, möchten etwas zum Umweltschutz beitragen und immer mehr Plastik gegen Papier eintauschen.
Zahnpastatuben gehören zu den am schwierigsten zu recycelnden Verpackungsmaterialien, da sie aus einer Mischung von Kunststoff und Aluminium hergestellt werden. Diese ist mehr oder weniger unmöglich zu trennen. Weltweit landen mehr als 20 Milliarden Tuben auf den Mülldeponien. Colgate hat mit einer recycelbaren Plastiktube einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Die sogenannte „Coolpaste“-Tube, die von brasilianischen Akademikern hergestellt wurde, verzichtet auf den Gebrauch von Kunststoff und setzt stattdessen auf haltbares Kartonmaterial, das sowohl nachhaltig als auch biologisch abbaubar ist. Diese Verpackung wurde bei den diesjährigen BeyondPlastic Awards ausgezeichnet.
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