Jeder kennt sie – entweder man nutzt sie häufig oder gar nicht: QR-Codes. Viele Unternehmen verwenden sie für ihre vernetzten Produktverpackungen und drucken sie beispielsweise auf Verpackungen von Lebensmitteln, Elektroartikeln oder Etiketten von Kleidungsstücken. Doch es geht noch mehr.
Vor zwei Jahren veröffentlichte die Marktforschungsagentur Mintel ihren jährlichen Bericht “Global Packaging Trends”, in dem die neuesten Entwicklungen in der Verpackungsindustrie vorgestellt wurden. Neben den Evergreen-Themen wie Nachhaltigkeit, dem Aufstieg des E-Commerce und der Abschaffung von Einwegplastik hob der Bericht die vernetzten Verpackungen hervor – die Verwendung von Codes, die auf Verpackungen aufgedruckt sind und mit dem Smartphone eines Kunden gescannt werden können. Dieser erhält dann exklusive Informationen oder Inhalte.
Doch trotz der Bemühungen von Unternehmen und Marketingfachleuten auf der ganzen Welt hat sich diese Technologie in der Öffentlichkeit nie richtig durchgesetzt.
Die stille QR-Code-Revolution
Seit der Corona-Pandemie haben wir uns an viele Veränderungen in unserem Leben gewöhnt. Wir mussten durch neue Arbeits-, Sozial- und Einkaufsweisen neue Wege der Interaktion finden und den Umgang mit digitalen Medien vertiefen. Dazu gehört auch die Nutzung von QR-Codes.
Es scheint, dass der QR-Code das Zentrum einer stillen Revolution geworden ist. Er bietet eine einfache Lösung für eine Reihe komplexer Herausforderungen. Von der Registrierung eines Covid-19-Testergebnisses bis hin zur Bestellung eines Mittagessens ist mit einem QR-Code alles möglich.
“Dank Covid-19 sind QR-Codes und andere digitale Möglichmacher noch nützlicher und viel sichtbarer im Alltag der Verbraucher geworden”, sagt Amir Maslic, Produkt- und Markenmanager bei Emmi, dem größten Milchverarbeiter der Schweiz. “Traditionelle Marketing-Aktivitäten sind auf dem absteigenden Ast, und mit der Pandemie wird sich das fortsetzen – die Marken finden das Neue im Alten.”
Reibungslose Datenerfassung
Der andere Schlüsselfaktor für die Wiedergeburt des QR-Codes ist die Notwendigkeit für Marken, mehr Kundendaten zu sammeln. Da Marken immer auf der Suche nach neuen Datenquellen sind, bieten Verpackungen eine Reihe von Möglichkeiten diese zu erfassen. Dabei geht es um die Frage, wer ihre Produkte kauft und verwendet sowie die Chance, Gelegenheitskäufer in treue Kunden zu verwandeln. Im Gegenzug für originelle und ansprechende Inhalte kann eine Verpackung der erste Schritt zum Aufbau einer starken Beziehung sein, die über Jahre hinweg bestehen bleibt.
Alles einsteigen!
Angesichts all dieser Faktoren ist es nicht verwunderlich, dass viele Marken derzeit auf den “Connected Packaging”-Bus aufspringen: Tetrapak, Kellogg’s, Vodafone, Unilever, Nestlé und Coca-Cola erforschen das Potenzial dieses Mediums. Zusammen mit anderen Formen wie NFC-fähigen Verpackungen, die einen Near-Field-Communication-Tag für eine sofortige Smartphone-Verbindung einbetten oder WLAN-fähigen Verpackungen sieht die Zukunft der vernetzten Verpackungen spannend aus – sowohl für Marken als auch für Kunden.
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